doghouseEine Gruppe von Männern fährt in ein abgelegenes Dorf, um beim gemeinsamen Kumpel-Wochenende Freund Vince nach dessen Scheidung auf andere Gedanken zu bringen. Doch als sie dort hinkommen, müssen sie leider feststellen, dass die Frauen des Ortes mit einem Virus infiziert wurden, der sie zu männerhassenden Kannibalinnen mutieren ließ.


Eine britische Zombiekomödie? Braucht man sowas tatsächlich noch nach "Shaun of the Dead"? Ich sage ja, insbesondere, wenn sie so witzig, eklig und eigenständig gemacht wurde wie Jake Wests "Doghouse". Toll besetzt mit Danny Dyer (den Festivalbesucher und Genrefans auch aus "Severance" kennen), Stephen Graham (Tommy aus "Snatch"), Lee Ingleby (jetzt weiß ichs endlich, der Busfahrer aus "Harry Potter und der Gefangene von Askaban" *lach*), Keith-Lee Castle, Noel Clarke, Emil Marwa und Neil Maskell sehen wir hier eine Gruppe von Freunden, die sich zu einem Männerwochenende in der englischen Provinz verabreden. Der Grund: Vinces Scheidung. Der arme Kerl ist völlig durch, und seine Freunde wollen ihn auf andere Gedanken bringen, den Mann wieder aus dem domestizierten Haustier herausholen. Dabei gehts den anderen gar nicht besser, im Intro erleben wir, wie sie sich alle mit Schimpf und Schande von Freundinnen, Ehefrauen oder schwulen Partnern losreißen müssen. Auf gehts mit dem Minibus und einer - wie Frauenschwarm Neil feststellen muss - äußerst emanzipierten Chauffeurin in Mickeys Kindheitsparadies aufs Land. Während Neil sich beim Flirten mit der Chauffeurin die Zähne ausbeißt und Vince noch seiner Trauer um die gescheiterte Ehe nachhängt, muss Freund Banksy verzweifelt versuchen, mit kaputten Auto seinen Freunden hinterherzueilen. Im Dorf selbst ist dann nichts mit Party und Selbstfindung, sondern schnell müssen sie vor den gewalttätigen und kannibalistischen Frauen des Ortes flüchten, die allesamt zu Zombies geworden sind und einen gemeinsamen Männerhass teilen. Zurück in den Minibus gehts nicht, denn dort hat sich bereits die Chauffeurin verwandelt und andere Frauen um sich herum versammelt, so versuchen die panischen Männer in den Läden des Dorfes Unterschlupf zu suchen, um einen gemeinsamen Fluchtplan zu entwickeln.
Dabei lassen Jake West und sein Autor Dan Shaffer die übelsten Zombieweiber auf die armen Männer los: wir haben die Scherenschwingende Friseurin, die wie eine Art Edward Scissorhands auf Speed durch die Gegend läuft, die tief dekolltierte und pralle Dorfhexe, eine beilschwingende Schlachterin, ältere Zombiedamen mit Gehhilfe, eine Braut in Strapsen mit Axt etc. Warum ausgerechnet nur die Frauen von dem Zombievirus befallen sind, wird vom auftauchenden Seargent Wright so lächerlich erklärt, dass ich es hier nicht wiedergebe. Ist auch nicht wichtig, denn bei "Doghouse" steht wirklich nur der Spaß im Vordergrund. Wie diese Großstadtjungs, die den wilden Kerl aus sich herauslassen wollen, von jämmerlichen Angsthasen zu echten Überlebenskämpfern werden, ist einfach mal witzig. Die Einfälle, die jeweiligen Zombiedamen in Szene zu setzen (Neils Entführung *lach*), sind teilweise grandios, und für die Splatterfans unter uns werden genug abgetrennte Körperteile, Kunstblut und Eingeweide gezeigt. Dazu kommt einer der besseren Soundtracks, die ich auf diesem Filmfest gehört habe.

Fazit: Kann sich natürlich nicht ganz mit "Shaun of the Dead" messen, dafür ist hier zu wenig Story, aber auf eigene Art und Weise schön, schräg und blutig - und vor allem extrem witzig!

8v10Doghouse (UK 2009)
R: Jake West, B: Dan Schaffer
K: Ali Asad; M: Richard Wells
D: Danny Dyer, Stephen Graham, Noel Clarke, Terry Stone, Lee Ingleby, Keith-Lee Castle, Emil Marwa, Neil Maskell, Adele Silver, Tree Carr, Emily Booth, Joanne Cutts, etc.
Genre: Horrorkomödie, Zombies
FSK: vermutlich ab 18J.