flyingswordsofdragongateIm China gegen Ende der Ming-Dynastie liegt die Macht des Staates in den Händen korrupter Eunuchen, insbesondere der Leiter des West-Amtes, Yu Hua Tian, ist ein wenig ehrenhafter Kommandant. Der Freiheitskämpfer Zhao Huai'an tritt mit seinen beiden Freunden den korrupten Machthabern gegenüber und dezimiert zunächst die Besetzung des Ost-Amtes, um sich dann ganz der Jagd auf Yu Hua Tian zu widmen. Ein Wiedersehen der Widersacher gibt es am Drachentor, keiner ahnt, dass er dort nicht nur auf eine alte Liebe und deren Schutzbefohlene trifft, sondern auch auf eine Gruppe tartarischer Krieger und deren lasziver Anführerin. Und während Zhao Huai'ans Fehde gegen Yu Hua Tian weiter eskaliert, versuchen die anderen, einen alten, sagenhaften Schatz auszuheben, der nur alle 60 Jahre zu bergen ist - nämlich wenn der schwarze Sandsturm über dem Drachentor tobt.


Ich gebe zu, bei diesen mythisch angehauchten asiatischen Martial Arts Filmen mit historischen Bezügen fällt es mir immer ein bisschen schwer, das Gesehene hinterher strukturiert zusammenzufassen, oft genug lass ich mich einfach von der Optik blenden. So auch in Tsui Harks kunterbuntem, in 3D gedrehtem "Flying Swords of Dragon Gate", der eigentlich gar nicht wirklich gut ist, aber ungeheuer unterhaltsam und einen am Ende mit guter Laune aus dem Kino entlässt.

Meine Begleitung erklärte mir hinterher, dass Harks Film als Hommage an die alten Klassiker zu verstehen ist, somit erklärt sich auch manch offensichtlich schlechter Spezial Effekt. Die Story ist ein ziemliches Durcheinander, fängt politisch an und geht mit einer Schatzsuche inklusive Verwechslungsspielchen weiter, deren Komik mich manchmal an alte Louis de Funès Filme erinnerte, und ich hab dann einfach aufgegeben, mich gedanklich näher damit zu beschäftigen, sondern habe mich schlussendlich nur noch über die gekonnt-spaßigen und sehr gut fotografierten Martial Arts Szenen gefreut, über die fliegenden Kämpfer mit den rauschenden Gewändern und dem kiloweise Metall, welches da in Form von kleinen Messerchen durch die Luft schwirrt.

Die Kampfszenen sind in jedem Fall fantastisch choreographiert, im buchstäblichen Sinne, da es mitunter wirklich so aussieht, als würden die Protagonisten miteinander tanzen. Sehr gut kommen dabei auch die 3D Effekte rüber, die dem Gezeigten tatsächlich einen Mehrwert hinzufügen. Die Hauptrollen sind mit Jet Li, Zhou Xun, Lunmei Kwai (die geniale Tartarenprinzessin), Li Yuchun und vor allem dem in einer Doppelrolle agierenden Kun Chen hervorragend besetzt, ein gewisses Maß an Overacting gehört bei solchen Filmen ja dazu.

Fazit: Rein visuell ist "Flying Swords of Dragon Gate" gelungen, aber storytechnisch verzettelt sich Tsui Hark dann doch häufig, und irgendwie hatte ich dann auch wieder - wie so oft bei asiatischen Produktionen - den Eindruck, der Film würde nicht enden wollen.

Flying Swords of Dragon Gate ("Long Men Fei Jia", China 2011) - OV mit Untertiteln
R+B: Tsui Hark;
K: Sung Fai Choi; M: Wai Lap Wu
D: Jet Li, Zhou Xun, Chen Kun, Kwai Lun Mei, Li Yuchun, Fan Mavis, etc.
Genre: Martial Arts
FSK: ?? vermutlich ab 12 J.
Länge: 122 Min.

7v10
Eine zweite Meinung gibt's auf Filmstarts.de